Hochschulpreis für die Lehre

Für die Hochschule der Medien hat gute Lehre einen sehr hohen Stellenwert. Sie zeichnet deshalb Beispiele

guter Lehre und damit die Lehrenden, die diese gute Lehre verwirklichen, mit dem Hochschulpreis für die

Lehre der HdM aus. Der Preis wird alle zwei Jahre für beispielhafte und innovative Leistungen in der Lehre

verliehen.

Preisträger 2019

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Prof. Dr. Simon Wiest

Für das semester- und teamübergreifende Projekt „ENIGMA R.D.E.“ im Studiengang Audiovisuelle Medien


Im Projekt „ENIGMA R.D.E.“ rekonstruieren 50 Studierende mit den Möglichkeiten des modernen 3D-Drucks die berühmteste Chiffriermaschine der Welt, die knapp 100jährige ENIGMA I.

Der Projektauftrag: „Bauen Sie eine funktionierende ENIGMA!“ eröffnet eine komplexe Problemstellung in der die Teilnehmenden ihre Lernaufgaben frei wählen können. Trotz der hohen Anzahl von Freiheitsgraden, gibt der Arbeitsauftrag einen sinnvoll und von den Teilnehmenden zu erschließenden Projektpfad mit einer Vielzahl von Lernanlässen vor: Wie passt man die Rekonstruktion der originalen ENIGMA an die Besonderheiten des 3D-Drucks mit Kunststoff an? Welche neuartigen, robusten und preiswerten Lösungen für Spezialbauteile lassen sich finden? Inwieweit kann mithilfe neuartiger, leitender Werkstoffe die Elektrifizierung bereits mitgedruckt und eine nachträgliche, händische Verkabelung vermieden werden?

Die Projektarbeit erfordert damit sowohl die Anwendung von vorausgesetztem technischem Vorwissen als auch eine Einarbeitung in neue von den Teilnehmenden selbst zu identifizierende Inhalte um praktische und innovative Lösungen für aktuelle technische Probleme zu finden. Aufgrund des Umfangs wurde von Anfang an eine Laufzeit über mehrere Semester und Teamgenerationen vorgesehen. Das Projekt muss daher von den Teilnehmenden selbstständig über mehrere Projektgenerationen hinweg organisiert, in Teamarbeit durchgeführt und dokumentiert werden.


Die besonders offene Realisierung des Projektkonzepts und die vorbildliche Verknüpfung von Vorwissen, eigenständigem Wissenserwerb und praktischer, herausfordernde Arbeit zeichnen dieses Projekt didaktisch in besonderer Weise aus.

Vorige Preisträgerinnen & Preisträger

Prof. Dr. Walter Kriha

Für das Veranstaltungsformat "Days" im Studiengang Medieninformatik

 

„Grundlagenveranstaltungen haben wir genug, aber wann reden wir mal über das Wichtige?“

Mit diesem Satz eines Studierenden begann 2004 ein neuer Veranstaltungstyp an der HdM – die sogenannten „Days“ im Studiengang Medieninformatik. Die „Days“ fordern eine aktive Auseinandersetzung mit Themen heraus, die die technischen Sphären verlassen und aktuell von gesellschaftlicher Bedeutung sind. Wo sind die Grenzen für Software-Robots (bots) unter Einbezug von neuesten Techniken im Machine Learning? Bildet die Erstellung detaillierter Profile in sozialen Netzwerken tatsächlich die Basis von Wahlmanipulationen? Fragen wie diese lassen viele Meinungen zu und bilden einen Kontrast zum Faktenwissen und den festen Prozessen, die Studierende im Bereich der Informatik oft erwarten.

 

Professor Kriha ist es wichtig, „dass Studierende den Blick über den Tellerrand wagen – besonders in Zeiten der ‚Disruption‘ – der schnellen Ablösung existierender Techniken, Firmen oder gesellschaftlicher Strukturen“. Dafür lässt er ihnen viel Freiheit: Studierende wählen von ihnen als zukunftsrelevant eingeschätzte Themen eigenständig aus, sie präsentieren ihre eigene Sicht in Form von Vorträgen und sammeln im Kontext der Veranstaltungsorganisation Erfahrung in Projektmanagement und Teamarbeit. Mittlerweile haben sich „Days“ mit ganz unterschiedlichen Schwerpunkten entwickelt, u.a. Developer Day, Games Day, Security Day, Accessibility Day.

An der HdM sind einige „Days“ mittlerweile Kult – der „Games Day“ zieht Studierende, Forscher, Entwickler und Firmen aus der ganzen Republik an die HdM um die neuesten Entwicklungen und Trends zu diskutieren.

Prof. Dr. Nils Högsdal

Lehrpreisträger 2015 für die Veranstaltung "Führungsorientiertes Rechnungswesen" im Studiengang Medienwirtschaft


Das Veranstaltungskonzept bereitet das Thema Rechnungswesen mit einer sehr gelungenen Kombination verschiedener Elemente, wie Planspiel, MOOCs, Flipped Classroom, praktische Übungen etc., interessant und anschaulich für Studierende auf. Es enthält eine klare Kompetenzorientierung, die einerseits an das Konzept des Studiengangs anschlussfähig ist und sich andererseits auch im innovativen Prüfungskonzept wiederfindet. Neben Fach- und Methodenkompetenzen werden bei den Studierenden Sozialkompetenzen durch vielfältige Gruppenarbeit gefördert.

Das Konzept ist durch ein lerntheoretisches Modell begründet und fördert durch die „virtuelle Realität“ des Planspiels und die aktive Beteiligung die Motivation der Studierenden. Die Lehrveranstaltung ist im Studiengang etabliert und wird sowohl von Studierenden überaus positiv evaluiert als auch von Kolleginnen und Kollegen durch dauerhaft gutes Feedback wertgeschätzt.


Außerdem erhielt Prof. Högsdal mit seinem Projekt den Landeslehrpreis Baden-Württemberg (Fördersumme 50.000 €).

Prof. Dr. Ralph Tille

Lehrpreisträger 2014 für die Veranstaltung "Datenvisualisierung" im Studiengang Informationsdesign


Die Lehrveranstaltung "Datenvisualisierung" ist eine Wahlpflichtveranstaltung im Hauptstudium Informationsdesign. Neben den Gestaltungsaspekten wird insbesondere das wissenschaftliche Arbeiten reflektiert und eingeübt. Dabei liegt der Schwerpunkt auf dem praktischen Handeln: Die Studierenden sollen auf der Grundlage vorgegebener Daten Visualisierungsmöglichkeiten analysieren, entwickeln und entwerfen. Diese starke Handlungsorientierung ermöglicht für die Studierenden einen nachhaltigen Kompetenzerwerb. Neben der Fachkompetenz werden durch die Kombination verschiedener didaktischer Settings wie Gruppenarbeit, Tandem-Teams, und regelmäßigen Reflexionseinheiten auch die personalen Kompetenzen der Studierenden in der Veranstaltung adressiert.

Die erfolgreiche und durchdachte Bearbeitung dieser unterschiedlichen Kompetenzebenen hebt die Veranstaltungen von anderen LVs im Bereich wissenschaftliches Arbeiten deutlich ab. Herr Tille hat einen hervorragenden Ansatz entwickelt um das Thema wissenschaftliches Arbeiten in die Lehre an HAWs zu integrieren. Sowohl die studentischen Evaluationsergebnisse als auch die Tatsache, dass in der LV entstandenen Ergebnisse widerholt sehr gute Platzierungen beim Best-Paper-Award der Fakultät erreichen, bestätigen die Einschätzung des Senats und der Auswahlkommission.

Prof. Stephan Ferdinand, Prof. Axel Hartz, Prof. Susanne Mayer & Prof. Eckhard Wendling

LehrpreisträgerInnen 2013 für das fächerübergreifende Projekt "MediaLounge" in den Studiengängen Medienwirtschaft, Audiovisuelle Medien und Elektronische Medien (Master).


Die MEDIA LOUNGE ist seit 2001 fester Bestandteil des Veranstaltungsangebots der HdM und wird seit diesem Zeitpunkt kontinuierlich evaluiert und das Konzept weiterentwickelt. Im Rahmen des Projekts werden Studierende aus drei Studiengängen zusammengeführt, die gemeinsam eine Fernsehsendung planen und realisieren. Hierfür werden die Strukturen und Prozesse eines kompletten Medienunternehmens von den Studierenden nachgebildet. Das Projekt ist strikt am Kompetenzerwerb der Studierenden orientiert und schafft es, ihnen nicht nur im fachlichen Bereich, sondern auch in herausragender Weise im Bereich der personalen Kompetenzen Lern- und Entwicklungsräume zu eröffnen.

Das Konzept überzeugt durch seinen Ansatz des Lernens durch Machen. In der MEDIA LOUNGE werden Prozesse nicht nur nachgespielt, sondern ein reales Produkt erstellt. Dazu gehören etwa der Kontakt mit Sponsoren und renommierten Studiogästen (in der Vergangenheit etwa Klaus Kinkel oder Franz Müntefering). Dies steigert und unterstützt die Motivation, den Kompetenzerwerb sowie die Employability gleichermaßen. Nicht zuletzt wird durch die zeitversetzte Ausstrahlung der produzierten Fernsehsendung beim Digitalsenders EinsPlus deutlich, welch hohe Produktqualität die Studierenden und das didaktische Konzept ermöglichen.

Prof. Dr. Petra Grimm

Lehrpreisträgerin 2011 für das Projekt „"Medienethik-Award META" im Studiengang Medienwirtschaft.


Beim META ermitteln Studierende der Medienwirtschaft seit 2002 jährlich Preisträger zu wechselnden Fragestellungen aus der Medienethik. Petra Grimm leitet das Projekt, das sich als Qualitätssiegel für eine werteorientierte Berichterstattung versteht, von Beginn an. Ziel des META ist es, Positivbeispiele eines ethischen und wertebewussten Journalismus hervorzuheben.


Außerdem erhielt Prof. Grimm mit ihrem Projekt den Landeslehrpreis Baden-Württemberg (Fördersumme 50.000 €).